Kurz-Chronik des Münchner Faschings
Lang lang ist es her, -
- aber doch auch wieder nicht sooo lang....
Die Tradition des Künstlerfaschings...
.........in München reicht in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück; legendär u.a. das große Künstlerfest von 1898 (Inszeniert von Lenbach, Einladungskarten von Kaulbach), bei dem durch Studenten der Akademie ganze Landschaften nebst Bewohner nachgestellt wurde und gegen Entgeld einige Tage von jedermann bewundert werden konnte.
Bis dato wurden die meisten Bälle von Vereinen in eigenen Räumlichkeiten veranstaltet, doch im neuen Jahrhundert ging man mehr und mehr dazu über, in verschiedensten öffentlichen Lokalitäten Faschingsbälle durchzuführen und zwar zunehmend nach Arbeitsbereichen: Medizinerball, Juristenball, Presseball (ab 1900) u.a. - fast überflüssig zu erwähnen, daß die Münchner Künstler kräftig mitmischten und derer gab es genug: Das Bohemien-Leben war in München schon immer in.
Natürlich gab es Einschnitte......
...... - vor allem durch die Kriegsjahre, doch schon in den Fünfzigern ging es faschingsmäßig wieder hoch her; allen voran mischten wieder die Künstler mit: Im Deutschen Theater, im Bayerischen Hof, im Löwenbräukeller und vor allem im legendären Schwabinger Bräu schwappten die Wogen über. (Chrysanthemenball, Gauklerball, Traumkulisse u.a.). In diese Zeit fällt auch die Geburt der WEISSEN FESTE (s.Extra- Seite) und zwar in der AKADEMIE der Künste.
Zu erwähnen wäre noch das legendäre Künstlerhaus (Allotria-Bälle), allerdings konnte man hier trotz Wiederinstandsetzung leider nicht mehr an die alte Faschings-Tradition vor dem Krieg anknüpfen.
In den 80iger Jahren....
......ist der Fasching dann insgesamt etwas eingeschlafen, das legendäre Schwabinger Bräu z.B. (samt einiger Künstlerfeste der Akademie) musste schließen, die hippe Party-Zeit brach an, - sozusagen Fasching jeden Tag, 'fun' bis zum Umfallen. Der Drang, wenigstens einmal im Jahr auszuflippen, war zumindest bei der Jugend nicht mehr zeitgemäß, - blaue Haare, abtanzen etc. gab es jetzt das ganze Jahr.
Eins war aber im Fasching all die Jahre erhalten geblieben: In München ging man in erster Linie zum Ball - und nicht auf die Straße oder in die kleine Kneipe zum Feiern - Ausnahme: Faschings-Dienstag. Diese Ball-Tradition scheint sich nach einer längeren Durststrecke auch wieder etwas zu erholen (u.a. wohl durch das Wiederaufleben von Tanzschulen),
- wenn auch mit neuen Geflogenheiten: z.B.keine Faschingslieder, sondern aktuelle Hits, Mitsingen ist in!
Trotzdem - viele Bälle aus der Hoch-Zeit des Künstlerfaschings haben nicht überlebt,
wir haben seit '98 sehr gekämpft und......
......die WEISSEN FESTE gibt es immer noch!
Das 1. Weisse Fest in der MAXE gab es 1967, d.h. seit 45 Jahren gibt es WEISSE FESTE in der MaxE und darauf sind wir sehr stolz!
Die Tradition der WEISSEN FESTE gehört einfach dazu!

|